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Prakt./Techn. Betriebswirt
K.J.WEBER
Freier Sachverständiger





Kreditrisiko


Für das operative Geschäft von Unternehmen ist eine kostengünstige und ausreichende Deckung des Finanzbedarfs erforderlich. Dafür sorgen verschiedene am Markt verfügbare Finanzierungsinstrumente. Sie setzen sich im Einzelnen zusammen aus Tages- und Termingeldern, Commercial Papers, Anleihen sowie bilateralen und syndizierten Krediten. Investitionen der Konzerngesellschaften werden überwiegend durch Eigenkapital und Darlehen von Banken oder Konzernunternehmen finanziert.

Gleichzeitig bestehen Cash-Pooling-Vereinbarungen mit Konzerngesellschaften, soweit dies im Rahmen der jeweiligen rechtlichen und steuerlichen Gegebenheiten möglich und sinnvoll ist. Sollten bestimmte Ereignisse zu einem unerwarteten Finanzbedarf führen, können bonitätsstarke Unternehmen auf vorhandene Liquidität und auf feste Kreditzusagen von Banken zurückgreifen. 


Die internationale Ausrichtung von Geschäftsaktivitäten führt zu Lieferungs- und Zahlungsströmen in unterschiedlichen Währungen. Daraus leitet sich ein Verlustrisiko ab, denn Vermögenswerte, die in einer Währung mit sinkendem Wechselkurs notiert sind, verlieren an Wert. Parallel dazu verteuern sich Verbindlichkeiten in einer Währung mit steigendem Wechselkurs. Das Netto-Exposure, das sich im Wesentlichen aus der Saldierung der Exporte mit den Importen in den einzelnen Währungen ergibt, ist regelmäßig zu erfassen und bewerten.

Praktikabel schon seit mehreren Jahren die „Natural-Hedge“-Anwendung zur Reduzierung des Währungskursrisikos. Sein Ziel: Der Saldo zwischen Einnahmen und Ausgaben in einer bestimmten Währung und damit auch die Auswirkung einer Kursschwankung gegenüber dem Euro soll möglichst gering gehalten werden. Darüber hinaus ist zu beobachten und analysieren die erwartete Entwicklung der Devisenkurse. Wechselkursrisiken werden gegebenenfalls mit geeigneten Finanzinstrumenten abgesichert. Im Rahmen dieses Währungsmanagements sind enge Grenzen für offene Positionen gesetzt. Sie schränken das Risiko aus dem Abschluss von Sicherungsgeschäften stark ein. Zur Absicherung dürfen ausschließlich derivative Finanzinstrumente eingesetzt werden, die sich im Risikomanagementsystem abbilden und bewerten lassen. Evt. im Ausland gebundene Nettovermögen wird grundsätzlich nicht gegen Wechselkursveränderungen abgesichert. Importe in den Euroraum sind überwiegend höher als die gegengerichteten Exportströme in andere Währungsräume.

Variable Zinsvereinbarungen bei Verbindlichkeiten bergen die Risiken steigender Zinsen in sich. Diese Risiken werden im Rahmen des Zinsmanagements bewertet, eingeschätzt und durch den Einsatz von derivativen Zinssicherungsinstrumenten gesteuert. Gegenstand dieser Steuerung sind die zinstragenden Verbindlichkeiten. Alle Zinssicherungsgeschäfte dienen ausschließlich der Steuerung der identifizierten Zinsänderungsrisiken.

Ein Risiko aus Schwankungen des Zeitwerts längerfristiger finanzieller Verbindlichkeiten durch Veränderungen der Kapitalmarktzinsen besteht in unterschiedlicher Form nicht bei Unternehmen, da die Kapitalgeber daraus kein Recht auf vorzeitige Rückzahlung geltend machen können.

Zur Reduzierung des Kontrahentenausfallrisikos werden die Zins- und Währungsmanagementgeschäfte nur mit ausgewählten Banken abgeschlossen. Eine Bonitätsanalyse der Kontrahenten sollte laufend stattfinden. Interne Abwicklungsrisiken minimieren sich durch eine strikte funktionale Trennung der Aufgabenbereiche. Die konzernweiten Überschüsse oder Unterdeckungen in den einzelnen Währungen aus dem operativen Geschäft werden im Rahmen des zentralen Finanzcontrollings regelmäßig ermittelt und überwacht. Das zentrale Cash-Management nimmt eine regelmäßige Liquiditätsvorschau vor.

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